BLOG 2018-04-11T16:10:10+00:00

WARUM AMNESTY INTERNATIONAL?

DAS TAGEBUCH EINER DIALOGERIN

Mein Amnesty Tagebuch – by Anny

Hey, hier schildere ich euch meinen Weg zu Amnesty und warum ich mich für einen sozialen Job entschieden habe.Ich hatte mein Abitur gerade bestanden und meine Reisen waren vorbei. Mein Mum brauchte etwas mehr Unterstützung und wollte, dass ich kellnern gehe. Das fand ich allerdings total ätzend und habe mich im Internet über viele andere Jobs schlau gemacht. Ich wollte etwas Gutes tun, etwas mit mehr Sinn und etwas Nützliches für die Welt machen. Das habe ich am meisten auf meinen Reisen gemerkt. Wir sind alle Eins und dieses Gefühl wollte ich bestärken.

Im Internet habe ich viele Angebote für gemeinnützige Organisationen gefunden – doch ich wollte nicht über eine Agentur arbeiten sondern direkt für eine Organisation. Da habe ich dann auch das Stellenangebot von Amnesty gefunden :-D Wie ich erfahren musste, habe ich mich zu einem Zeitpunkt beworben, bei dem Amnesty erst mit dem eigenen Inhouse Fundraising Programm begonnen hat. Mein Start war etwas holprig, doch zum Glück hat dann doch alles mit dem Job geklappt und ich konnte nach meiner eintägigen Schulung in Frankfurt/Main dann in meinem Wohnort Düsseldorf beginnen.

Ich war total glücklich, da ich mir ein neues WG Zimmer gemietet hatte und nun auch sicher war, die richtige Entscheidung mit Amnesty getroffen zu haben. An meinem Schulungstag in Frankfurt traf ich einen „Rasta“ direkt vor der Tür am Eingangsbereich und erzählte voller Stolz, dass ich den Job habe und es für mich echt anstrengend war morgens so früh nach Frankfurt zu fahren. Nachdem ich also ein bisschen genörgelt hatte, stellte sich heraus, dass Sascha mein neuer Chef ist. Er lächelte mich an und sagte mir, dass die nächsten Wochen ziemlich anstrengend, aufregend und dennoch Spaß machen werden.

Drei Monate vergingen, in denen ich unglaublich viel über Menschen, Amnesty und über mich selber lernte. Manche Tage waren schwer, denn nicht immer spielte das Wetter mit, oder es gab unfreundliche Passanten. Zum Glück hatte ich mein Team und viele nette Passanten mit denen ich tolle Gespräche geführt habe und die ich über Amnesty aufklären konnte. Zudem wusste ich, dass der Job reine Kopfsache ist – es liegt nicht an den bösen Menschen da draußen, sondern an mir, mein Bestes zu geben und einfach zu überzeugen. Menschenrechte und allgemeine Gerechtigkeit ließen mich jeden Tag aufstehen! Ich wusste, ich habe die Möglichkeit Menschen aufzuklären und sie zu einem Teil von Amnesty zu machen, um irgendwann mal alle Menschenrechtsverletzungen aufzudecken und gemeinsam für Menschenrechte zu kämpfen!

Im Oktober 2015 zog ich dann von Düsseldorf nach Hamburg und arbeitete dort für eine Fundraisingagentur für andere große und bekannte Hilfsorganisationen. Mein Job bei Amnesty hat mich dazu gebracht, den Job und das Gute eben auch für andere zu tun. Ich habe jetzt schon ziemlich viele Menschen vom Guten überzeugt. Was mir nach ein paar Wochen aufgefallen ist – mir fehlte die familiäre und offene Art bei Amnesty. Ich besuchte – als ich zurück in Düsseldorf war – mein geliebtes Amnesty Büro und das Team nahm mich herzlich wieder auf. Seit ein paar Wochen arbeite ich nun als Teamleiterin in Düsseldorf. Auch wenn der Job sicherlich kein Zuckerschlecken ist, es gibt nichts, was dich in deiner Persönlichkeit so bestärken kann wie ein Job auf der Straße, der für Gerechtigkeit steht! So lange die Eigenmotivation hoch genug geschraubt ist, wird man jeden Tag neue Erfahrungen und Erfolge verbuchen können. Ich habe in diesen Monaten vor allen Dingen eines gelernt – egal wer vor dir steht: Mensch ist Mensch ist Mensch!